Kaum eine Berufsgruppe weckt in der Öffentlichkeit mehr Emotionen als die Polizei. Positiv-Meldungen wechseln mit Skandal-Nachrichten. Die Polizisten selbst vermitteln meist den äußeren Eindruck von Abgebrühtheit und Distanz zum Geschehen. Der Berufscodex verlangt: Gefühle zeigen im Rahmen der Polizeiarbeit ist ein Tabu. Emotionen haben am Tatort nichts verloren. Anders wäre diese Arbeit auch oft nicht zu bewältigen.
Doch wie sieht es in der Praxis aus? Wie gehen die Menschen hinter der Uniform damit um, tagtäglich mit problematischen Situationen konfrontiert zu werden? Was bedeutet es, im Ernstfall Entscheidungen auf Leben und Tod zu treffen? Welche persönlichen Strategien werden entwickelt, um den Polizeialltag zu meistern?
Christine Dobretsberger macht mit dieser Sammlung an sehr persönlichen und oft sehr berührenden Erzählungen aus dem Berufsalltag von Polizisten deutlich, wie sehr sich reale Ermittlungsarbeit von TV-Krimi-Fiktion unterscheidet. Eine Uniform macht zwar unnahbar, schützt aber weder vor Trauer noch vor Schmerz.